Thomas Mann an Heinrich Eduard Jacob

Zeitraum
Sonntag, 27. Januar 1952
Datierung
27.1.1952
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Freut sich darüber, dass die Deutschen sich zu J.s Emigrationsroman anständig verhalten. »Es gereicht ihnen zur Ehre, oder jedenfalls: es geht ihnen nachgerade gut genug, daß sie auch einmal von anderer Leute Leiden etwas erfahren mögen.« Über ›Königliche Hoheit‹ habe Bruno Frank ähnlich gedacht wie J. und es bedauert, »daß ich es mir durch die Kritik hätte verleiden lassen«. Dies sei jedoch schwer zu vermeiden gewesen, »da selbst ernste Kenner wie Rathenau den Kopf schüttelten und erklärten, nach ›Buddenbrooks‹ hätte ich sowas nicht machen dürfen«. Man habe die Absichten des Buches nicht erkannt; es habe »eine durchaus demokratische Tendenz und ist Gleichnis einer künstlerisch-repräsentativen Schein-Existenz, die zum *Leben* geführt wird«. Mit Monarchismus habe es gar nichts zu tun, sondern sei ein verkappter Künstlerroman und stehe als Konzeption auf der gleichen Ebene wie der ›Krull‹. Dieser mache nur langsam Fortschritte und drohe ins »Faustische« auszuarten.

Erwähnungen

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