Thomas Mann an Heinrich Eduard Jacob
- Zeitraum
- Dienstag, 1. Mai 1951
- Datierung
- 1.5.1951
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Bedankt sich für J.’s Rezension des ›Erwählten‹. »Wie anders lautet das, als die matten, scheelblickenden, hämischen und doch den eigentlichen Verriß nicht recht riskierenden deutschen Anzeigen.« Allerdings gäbe es auch Ausnahmen, z.B. Albrecht Goes. »Ihre Analyse der verschiedenen Sprachschichten der Erzählung ist vortrefflich. Nur das ›ziemlich freche Umgangsdeutsch der Neuen Sachlichkeit‹, das weiß ich nicht recht unterzubringen.« Es sei nicht sein bestes Buch, wie sein amerikanischer Verleger ihm schrieb, aber vielleicht das glücklichste. »Ich hatte beim Schreiben nicht das Gefühl, dass ich’s diesmal besonders träfe. Etwas leichtsinniger bin ich vorgegangen, als sonst, habe nicht mehr studiert, als was mein eigen bißchen Bibliothek mir bot und mein kristlich Mittelalter ziemlich aus dem Handgelenk zusammengestoppelt. Darum vielleicht gerade.«
