Thomas Mann an Arnold Zweig

Zeitraum
Freitag, 4. Mai 1934
Datierung
4.5.1934
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Bedankt sich für Z.s Buch ›Bilanz der deutschen Judenheit‹, das er aufrichtig bewundere und das »überall in der Welt ein natürliches Gerechtigkeitsgefühl stärken wird«. Erzählt von seiner bevorstehenden Reise nach Amerika, die er in erster Linie auf sich nehme, um die deutschen Machthaber zu ärgern. Erinnert sich an seine Palästina-Reise von vor vier Jahren. Das Judentum sei neben dem Griechentum einer der Grundpfeiler der abendländischen Gesittung. »Das ist, sehr einfach, mein Europäertum und Philosemitismus.« Hofft, dass Z. sich bald in Palästina, »die fremde Heimat, die heimatliche Fremde« einleben werde. Er selbst sei jetzt mit seiner Situation zufrieden; er wolle sich von Deutschland, wo er nicht atmen könnte, möglichst distanzieren und ein halb fremdes, aber nicht ausgesprochen feindliches Verhältnis herstellen, so dass er durchreisen und zum Beispiel sein Haus in Nidden wieder bewohnen könnte. Er würde sich freuen, Z. in Zürich begrüßen zu können.

Erwähnungen

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