Thomas Mann an [?] Schwarzert [ein Herr]

Zeitraum
zwischen 1. Dezember 1940 und 2. Dezember 1940
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Streitet sich mit seinem Schwiegersohn Borgese darüber, ob Deutschland oder Italien das schlimmste Land sei; man sei geneigt, für das eigene Volk am schwärzesten zu sehen. Sehr viele Deutsche würden nicht heller sehen. Ein deutscher Offizier habe in Paris zu Franzosen gesagt: »'Pauvre France – maintenant. Pauvre Allemagne – plus tard!'. Er konnte nicht viel Französisch, aber so weit reichte es.« Was Deutschland der Welt angetan habe, sei nur mit Strömen von Blut abzuwaschen. Der Nationalsozialismus und der totale Krieg sei etwas Äußerstes und Letztes, das nach dem Misslingen nicht wiederholt werden könne. Dann könnten die Deutschen »Eigenschaften wieder hervorholen, die jetzt verschüttet sind, und Trieben gehorchen, die sie jetzt, nicht ohne feierliche Qual, verleugnen, z.B. dem sehr deutschen Triebe, geliebt zu sein«. Weist Sch. auf das Buch ›The City of Man‹ hin und schildert die Bestrebungen einer Gruppe von Amerikanern und Europäern, eine neue politische und ökonomische Weltordnung aufzustellen. Die Ergebnisse eines systematischen Studiums aller Hauptprobleme könne der Welt vorgelegt werden, wenn die Stunde des Aufbaus gekommen sei. Diese Art, Bereitschaft zu schaffen, sei besser als Revolutionsbrigaden und Emigrationsregierungen.

Erwähnungen

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