Thomas Mann an Sarah F. Brandes
- Zeitraum
- Donnerstag, 7. April 1938
- Datierung
- 7.4.1938
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Bedankt sich für einen Brief vom 4.4.1938. Legt ein Schreiben an Mr. Billikopf bei, in dem er auf Mrs. Daniel Guggenheim hinweist. Er habe diesen Brief jedoch nicht sehr gern unterschrieben »and therefore didn’t write to Mr. Billikopf refering to the other gentlemen either (Mr. Ittleson and Mr. William Rosenwald)«. Die Ursache hierfür sei, dass alle diese Leute möglicherweise einander kennen und sich untereinander verständigen. Er wolle nicht den Eindruck erwecken, als habe er jeweils nur an den Betreffenden gedacht. Was die Bittsteller-Liste betreffe, so möchte er besonders Heinz Politzer und Ludwig Marcuse hervorheben, »since they are not only poor but gifted and important«. Vor Berücksichtigung der restlichen neun [nicht ermittelt] sollten auch Alfred Loewenberg, Sorma Morgenstern und Otto Zarek vorrangig bedacht werden. Weist darauf hin, dass die Bezeichnung der »Guild-Scholarships« als »Unterstützung« in Zeitungen der Schweiz einigen Schaden angerichtet habe, weil dies zu sehr an Wohltätigkeit erinnere. Besser sei »Werkhilfe« oder »Ehrengabe«. Auch solle die Höhe der Beträge erwähnt werden, denn sonst mache man sich übertriebene Vorstellungen von dem Begriff »Dollars«, und die Betreffenden hätten dann Schwierigkeiten, andere Einkünfte zu finden. Hofft, morgen einen Check über 500 Dollars schicken zu können.
[Die Americal Guild for German Cultural Freedom (deren Mitarbeiterin Sarah F. Brandes war), hatte Thomas Mann offensichtlich eine Anzahl von potentiellen Geldgebern genannt, an die er sich über Jacob Billikopf (Direktor eines Koordinationsausschusses für Emigrantenhilfe) wenden solle; vgl. Briefe an Jacob Billikopf vom 7.3.1938 / Reg. 38/41b, 16.3.1938 / Reg. 38/44a und vom 5.4.1938 / 38/57.]
