Thomas Mann an Friedrich Stampfer

Zeitraum
Dienstag, 6. Dezember 1938
Datierung
6.12.1938
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Es bedrückt ihn, dass er berufen war, »den Initiator und Rufer in einer Sache zu machen, bei deren technischer Verwirklichung ich so wenig wegweisend sein kann, besonders bei so großer räumlicher Entfernung«. Es sei noch kein Vorschlag für die Verwendung des Geldes an ihn gelangt und auch ein Brief von Karl Spiecker deute nur im allgemeinen auf Eignungsschwierigkeiten hin. [Auf einer Sitzung am 16.9.1938 im Hotel Scribe, Paris, hatte Thomas Mann den Versuch unternommen, eine Einheitsfront deutscher Emigranten zu bilden; zu diesem Zweck war ihm von »englischen Freunden« ein Fonds von 20 000 £ zur Verfügung gestellt worden. [Vgl. auch Brief an Karl Barth vom 1.11.1938 / Reg. 38/241.] St.s Gedanke, eine Weltbotschaft zu erlassen, zeige ihm wieder einmal, »wie kollektiv man denkt, und daß der Mensch viel weniger Individuum ist als zu sein er fürchtet oder hofft«. Dorothy Thompson habe ihm vor etwa vierzehn Tagen den gleichen Gedanken entgegengebracht und er selbst habe ihn schon seit langem gehegt. In Form eines Manifestes, »das von den Unterschriften der ganzen geistigen und moralischen Elite wenigstens zweier Erdteile unterstützt sein und als Aufruf an die gesittete Welt wirken müßte«, solle etwas gegen die um sich greifende Barbarei und moralische Anarchie unternommen werden. Er habe ein solches Manifest geschrieben, das in wenigstens vier Sprachen übersetzt würde. St. möge diese Mitteilung vertraulich behandeln. [Vgl. Brief an Agnes E. Meyer vom 7.12.1938 / Reg. 38/354.]

Erwähnungen

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