Thomas Mann an Paul Plaut

Zeitraum
Montag, 11. Juli 1927
Datierung
11.7.1927
Empfänger:in

Zusammenfassung

Beantwortet eine Anfrage von P., ob er sich als Dichter durch die Kritik restlos erkannt fühle: Was er »bei dem Prozeß der Selbstverwirklichung, den man Produktion nennt«, über sich erfuhr, habe er fast alles wieder vergessen. Er sei »von denen, die meinem Werke literarisch zu helfen oder ihm entgegenzuwirken suchten, ausgesprochen ans Licht gestellt worden«. Um die deutsche Literaturkritik stehe es im Vergleich mit anderen Ländern nicht gut; man habe mehr gute Leser als gute Kritiker. Jedoch vergesse man zu leicht, dass man bei der Beurteilung dieser Kritik meist nur Einzelbeiträge im Auge habe, und dass »viele Unzulänglichkeiten schließlich doch wohl das Erlängliche ergeben«. Auch die »gehässigen, boshaften, ja niederträchtigen Stilisierungen unseres Wesens, die uns zuweilen so nahe gehen, und so aufwühlen«, müssten um des Beitrages der Erkenntnis willen willkommen sein.

Erwähnungen

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