Thomas Mann an Ida Boy-Ed
- Zeitraum
- Donnerstag, 4. Dezember 1924
- Datierung
- 4.12.1924
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Verteidigt sich gegen ihren »strengen« Brief, den sie ihm wegen seiner Rede in Dresden schrieb. Verfügt leider nicht über die Arbeitskraft, auch noch für »Verirrte und Erzürnte die Apologie seines Lebens und Thuns zu liefern«. Er müsse es der Zeit überlassen, klärend und versöhnend zu wirken, schon der ›Zauberberg‹, sobald sie ihn gelesen habe, werde etwas in diesem Sinn tun. Seine Haltung entspringe dem besten Willen und Gefühl der Pflicht und der Mitverantwortung. Er müsse das Vertrauen, das er in diesem Lande genieße, benützen, um zum Guten zu reden. »Das Gute aber ist die Verhütung neuer Katastrophen, die unser Erdteil nicht mehr ertrüge.« Es sei längst nicht mehr zu hoffen, dass Europa herrsche; damit es auch nur lebe, bedürfe es seiner »Konsolidation«, die nur mit Hilfe der Demokratie zu erreichen sei: Rechtswahlen wären jetzt in Deutschland ein großes Unglück: darum habe er in Dresden gesprochen.
