Thomas Mann an Arthur Eloesser
- Zeitraum
- Montag, 15. Juni 1925
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Übersendet die gewünschten Angaben für die Biographie.
»[…] Es ist nicht richtig, dass mein Vater zweiter Bürgermeister war. Das gibt es gar nicht. Der Bürgermeister muss Iurist sein […] Er war kaufmännischer Senator und zog als solcher, vermöge seiner Intelligenz und seines Ehrgeizes, allerdings manches öffentliche Amt an sich, das sonst wohl nur iuristisch studierten Ratsmitgliedern gebührte.
Weiter ist missverständlich, dass mein Vater unter die Pietisten ging und fromm wurde, weil seine Frau zum Religiösen geneigt hätte; umgekehrt war in erster Linie er aufrichtiger und schwärmerischer Christ und seine Frau zu seinen Lebzeiten eine Weltdame: Erst nach seinem Tode übernahm sie gewissermassen die Frömmigkeit von ihm und sah häufig Missionare und andere Geistliche in ihrem Hause. So ist es auch in ›Buddenbrooks‹ erzählt.
Dass Heinrich Buchhändler war, stimmt; er kann es nicht geleugnet haben […]«
