Thomas Mann an Georg Martin Richter
- Zeitraum
- Mittwoch, 17. März 1926
- Datierung
- 17.3.1926
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Fragt, ob es R. immer noch in dem »kollerigen Italien« gefalle. In Paris ist man überzeugt, dass es den Krieg gegen Frankreich vorbereitet. »Ich fand es recht ehrgeizig von Italien, daß es den ersten militärischen Sieg seiner Geschichte ausgerechnet über Frankreich davonzutragen plane.« – Erzählt von den Erkrankungen nach der Pariser Reise: zuerst wurde er von der Grippe erfasst, dann seine Frau, bei der sie in eine Lungenentzündung ausartete. Hofft, dass sie beide nach der Genesung die Frühjahrsreise nach Viareggio antreten und dort R. treffen können. – »Am ›Zauberberg‹ knacken unsere Deutschen immer noch, teils mit Hohn und teils mit Lob, aber sie knacken.« Demnächst wird auch Frankreich daran zu knacken haben, denn bei einem Austernfrühstück hatte er mit dem Verleger Kra die Übersetzung aller seiner Bücher abgesprochen, nachdem ›La mort à Vénise‹ so viel Interesse fand. Wird R. von der Pariser Reise erzählen.
