Thomas Mann an Rudolf K. Goldschmit-Jentner
- Zeitraum
- Montag, 22. Oktober 1928
- Datierung
- 22.10.1928
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Das Anerbieten des Magistrates von Heidelberg, im Zusammenhang mit der Cossmann-Affäre nach Heidelberg zu übersiedeln, ehrt und rührt ihn sehr. »Für einen gewissen Typ Mensch kommen eigentlich nur noch zwei deutsche Städte in Betracht, nämlich Berlin und Heidelberg.« Jedoch kommt ein Wegzug aus München aus den verschiedensten Gründen nicht in Frage: ein Aufenthaltswechsel nach einem Menschenleben in München, wo er ein wertvolles Haus besitze, sei nicht ganz einfach; ferner lebten dort seine betagten Schwiegereltern, für die die Trennung von der Tochter ein schwerer Schlag wäre; ferner habe der Magistrat der Stadt sich ihm gegenüber sympathisch und achtungsvoll verhalten. Schließlich sei die Stadt im Grunde gescheiter als ihre herrschende Presse, »eine Stadt mit etwas derbem, aber gesundem Klima, die von Natur und schließlich auch von Kultur vieles zu bieten hat«.
