Thomas Mann an Paul Eipper

Zeitraum
Donnerstag, 21. November 1929
Datierung
21.11.1929
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

[Zu seinen Äußerungen in Interviews nach Erhalt des Nobelpreises.] Er habe nicht gesagt, dass Arno Holz eine berechtigte Anwartschaft auf die Auszeichnung gehabt hätte, sondern dass dieser sich große Hoffnung auf den Preis gemacht und davon geträumt habe, mit diesem Geld seine Krankheit zu heilen. Er sei also nicht der Lückenbüßer für diesen Dichter gewesen und eine Versorgung seiner Witwe mit Hilfe des Preises käme entgegen vieler Zuschriften nicht in Betracht. Holz‹ Kandidatur sei von einigen Universitäten betrieben worden; die ›Literarische Welt‹ habe sich daran beteiligt, obwohl Willy Haas ihm versichert hatte, dass er es nur aus Mitgefühl und Menschlichkeit betrieben habe. Das schwedische Komitee habe ihm den Preis zugesprochen, weil er sich »bis zu einem gewissen Grade als Instrument der öffentlichen Meinung fühlt und nach deren Wünschen, für die er empfindlich ist, entscheidet«. Das Echo, das seine Wahl in der Welt gefunden habe, beweise die Richtigkeit des Stockholmer Entschlusses. Holz hätte dieses Echo nie gefunden. Die Summe sei nicht für Wohltätigkeitszwecke bestimmt, sondern für die materielle Sicherheit des Schriftstellers, damit er »namentlich in Jahren, wo er keine Einnahmen hat, sondern an einem großen Werk von zweifelhaften praktischen Aussichten arbeitet, wie ich es jetzt tue, ohne Sorgen sein kann für mich und meine Familie [...]«. Trotzdem denke er daran, bestimmte Beträge zugunsten von Unterstützungskassen notleidender Kollegen zu stiften. Hofft, dass auf diese Weise der Witwe Holz in einem gewissen Grad geholfen werden kann.

Erwähnungen

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