Thomas Mann an Oskar Loerke
- Zeitraum
- Donnerstag, 3. Dezember 1931
- Datierung
- 3.12.1931 [irrtümlich datiert: 3.11.]
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Hat L.s Brief vom 24. November so spät erhalten, dass er befürchtet, seine Antwort werde nicht rechtzeitig vor der Senatssitzung [der Sektion für Dichtkunst] eintreffen. Meint, dass man sich über die »höchstbetrübliche« Finanzsituation der Preußischen Akademie »angesichts des allgemeinen Abbaus, der gerade am Kulturellen recht leichtherzig praktiziert wird«, nicht wundern dürfe. Die Reisegelder für die Teilnehmer der Hauptversammlung [im März 1932] seien gesichert. Rechnet damit, dass ein nationalistischer Innen- oder Kultusminister die Akademie auffliegen lassen werde. »Desto mehr haben Sie recht mit ihrem Wunsch nach festem und geschlossenem inneren Zusammenhang derjenigen, die eines Glaubens sind, nach einer Art von Rütli-Schwur, kraft dessen unsere Körperschaft selbst nach ihrer offiziellen Auflösung über die dunklen Zeiten, die vielleicht kommen, hinüber gerettet werden kann.« Hat seine Kandidaten für die Zuwahlen neuer Mitglieder bereits genannt, ist aber überzeugt, dass Hans Carossa, auf den die meisten Stimmen fallen werden, ablehnen wird. An Hermann Hesse habe er einen ausführlichen Brief geschrieben und ihn um Annahme der Wiederwahl gebeten [vgl. Brief an Hermann Hesse vom 27.11.1931 / Reg. 31/146].
