Thomas Mann an Ruth Weiland

Zeitraum
Freitag, 26. Februar 1932
Datierung
ohne Datum [vor 26.2.1932]
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

W. hatte ihm mitgeteilt, es bestünde Gefahr, dass bei den Verhandlungen der Abrüstungskonferenz eine der traurigsten Seiten des Weltkrieges, seine vernichtende Wirkung auf die Gesundheit und Moral des Kindes, in Vergessenheit geraten könnte. Wenn dieses Vergessen drohe, so müsse es nach ihrer Meinung unser aller Pflicht sein, das Gedächtnis der Völker zu schärfen. Sie habe in ihren statistischen Denkschriften über das Kriegselend der Kinder ein Material zusammengetragen, das nun mit allen Mitteln über die ganze zivilisierte Welt verbreitet werden müsse. Ebenfalls sollten die Teilnehmer der Konferenz [der Union Internationale de Secours aux Enfants] auf diese nüchternen Zahlen aufmerksam gemacht werden. Er kenne keine wichtigere Aufgabe für die heutige Generation, »als sich an dem beginnenden Entscheidungskampf gegen den überalterten Wahnwitz des Krieges zu beteiligen« – trotz aller widerstrebenden Tendenzen nationalpolitischer Interessen auf diesem Kongress.

Erwähnungen

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