Thomas Mann an Carl Helbling

Zeitraum
Sonntag, 14. August 1932
Datierung
14.8.1932
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Dankt für H.s Zuspruch, er müsse in der Frage des Deutschtums selbst seine Stimme erheben und mitsprechen. »Die natürliche Bescheidenheit eines selten mit sich zufriedenen Künstlers ist Hemmung genug, und ein schon hoher Grad von Sorge und Leiden gehört für mich dazu, trotz dieser Schüchternheit zu handeln.« Zumal es sich um Dinge handle, an denen er durch die Arbeit seines Lebens beteiligt sei. – Sein Artikel [›Was wir verlangen müssen‹] konnte nur nach erheblichen Abschwächungen erscheinen. Sonst wäre das Blatt verboten worden, es habe in dieser Form das heute äußerst Mögliche gewagt. »Für viele war es ein befreiendes Wort.« Er selber hat den »Hauch des Hasses« zu spüren bekommen. Er erhielt einen Schmähbrief mit einem verkohlten Exemplar der ›Buddenbrooks‹. – Dankt H. für seine Teilnahme am ›Joseph‹. Hält es für ein »höchst eigensinniges Unternehmen«. Zwei Bände sind fertig, die der S. Fischer Verlag jetzt absolut herausbringen wolle. Hat sich dagegen gewehrt und möchte das Ganze »zu seiner Zeit en bloc hinstellen«. Er will jetzt noch den dritten Band schreiben.

Erwähnungen

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