Thomas Mann an Hans Reisiger
- Zeitraum
- Sonntag, 30. Oktober 1932
- Datierung
- 30.10.1932
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Hat eine anstrengende Vortragsreise hinter sich: sechs Vorträge in fünf Tagen »mit dem üblichen Drum und Dran und einer Fahrt nach Preßburg noch obendrein«. Neu und ergreifend für ihn war der Abend bei den Wiener Arbeitern: »Mir war es eine Freude, diesen schlichten Seelen, die von einer triumphierenden Reaktion bestürmt werden, zu zeigen, daß sie nicht verlassen sind. Und wie dankbar sie sich erwiesen! Es ist mir unvergeßlich.« – Rät R., sich von dem Romanstoff, zu dem er ein persönliches Verhältnis habe, nicht abbringen zu lassen. Hat »bittere Tränen« darüber gelacht, dass R. wegen der Gläubé’s nicht nach München kommen kann. Glaubt aber, dass er doch noch einmal »hereinschlüpfe«. – Muss aber am 8. November noch einmal ins Rheinische und will dann endlich an seinen Wagner-Aufsatz herangehen. Hofft auf ein schönes Fest im Amsterdamer Konzertgebouw mit Wagner-Musik vor und nach seinem Vortrag. Hat bisher am Joseph-Roman weitergearbeitet und die Pyramiden und die große Sphinx »recht schön beschrieben«.
