Thomas Mann an Oskar Loerke
- Zeitraum
- Freitag, 20. Januar 1933
- Datierung
- 20.1.1933
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Äußert sich zu der geplanten Kundgebung der Sektion für Dichtkunst gegen die Kultur-Reaktion: Die Nebenwirkung einer unwillkommenen Reklame, wie sie die Kundgebung der Sektion gegen die Literaturgeschichte von Paul Fechter mit sich bringe, sei in diesem Fall der Kundgebung gegen die Kultur-Reaktion nicht gegeben [vgl. Brief an Oskar Loerke vom 21.12.1932 / Reg. 32/190]. Dafür habe der allgemeine Charakter des neuen Entwurfs den Nachteil, dass ihm der Impetus fehle, den ein hassenswerter konkreter Gegner mit sich bringe. Eine Stellungnahme der Akademie gegen die herrschende Kultur-Reaktion sei schon gut, die Schwierigkeit bestehe aber darin, die Vielheit dessen, was zu sagen wäre, in der knapp zu haltenden Form eines Manifestes zum Ausdruck zu bringen. Hält den Entwurf von Ludwig Fulda und Walter von Molo für begrüßenswert, wenn er auch nicht der gelungenste sei. An seinem Widerspruch solle die Veröffentlichung nicht scheitern.
