Thomas Mann an Ida Herz

Zeitraum
Dienstag, 28. Februar 1933
Datierung
28.2.1933
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Empfindet H.s Kummer über seinen »Marxismus« als töricht, ebenso, dass sie sich deswegen politisch trennen müssten; für heitere Nachsicht und Güte sei jetzt nicht die Zeit. Die sogenannten Freunde seines Lebens, die deutschen Schriftsteller, die ihn jetzt allein ließen und sich von ihm distanzierten, entwerteten damit jedes Verständnis für seine künstlerische Arbeit und gingen ihn nichts mehr an. Was Kultusminister Adolf Grimme von ihm verlesen habe, sei eine fast wörtliche Wiederholung dessen gewesen, was er schon in Wien vor den Arbeitern gesagt und was H. schon damals missbilligt habe. Distanziert sich entschieden von der nationalsozialistischen Diktatur: »Jede Sorge um die ›bürgerliche Kultur‹ ist läppisch, wenn es wie jetzt zum Äußersten kommen soll. Kommunisten und Sozialdemokraten [...] – müssen alle, alle, die noch einen Funken geistiger Ehre im Leib haben, eine entschlossene Front bilden, damit diesen Kriegslümmeln, diesen Henkern deutscher Freiheit und Geistigkeit das Handwerk gelegt werde.«

Erwähnungen

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