Thomas Mann an Ida Boy-Ed

Zeitraum
Sonntag, 3. September 1905
Datierung
3.9.1905
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Der Aufenthalt in Zoppot, schön und angenehm im Anfang, habe mit unangenehmem Wetter geendet, so dass sie es vorzogen, eine Woche früher als vorgesehen abzureisen, sich noch eine Woche bei den Verwandten seiner Frau aufzuhalten »und ein gehegtes, vorzügliches Leben zu führen. Ach, Reichtum ist doch eine gute Sache, man sage, was man wolle.« – Ist beglückt und beschämt zugleich über ihre guten Worte über ›Fiorenza‹, das er selber für verfehlt halte: »Es ist ein sehr ehrliches und sehr absichtsvolles Werk, auch geistig und sprachlich nicht ohne Verdienst, aber als ganzes, als Kunstwerk genommen, doch mißgeboren.« Wünscht, dass seine Hand bei neuen Unternehmungen glücklicher sei. Es stehe allerlei in Aussicht: eine größere Novelle, eine Prinzengeschichte, sei begonnen, eine kleine »sehr unabhängige Novelle, die in Berlin W spielt, habe ich in den Ostseewochen geschrieben«, für einen Roman habe er nach Beendigung der ›Buddenbrooks‹ bereits Material gesammelt und ihn schon entworfen. – Möchte seine Frau in Travemünde in ihrem jetzigen Zustand der Neugier seiner Landsleute nicht vorstellen. Sie sei guter Dinge und habe in Zoppot mit ihm längere Spaziergänge gemacht. »So möge es bis zum guten Ende bleiben.«

Erwähnungen

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