Thomas Mann an Julius Meier-Graefe

Zeitraum
Donnerstag, 3. Mai 1934
Datierung
3.5.1934
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

»Nicht eine Stunde lasse ich vergehen nach dem Empfang Ihres Briefes, ohne Ihnen meine Freude auszudrücken, daß ich Sie wieder einmal gehört [...] habe.« Dankt für M.s reizendes »Künstlerbuch«. – Hat von Frau Fischer über deren Kur mit den Hauptmanns und ihrem harmonischen Verlauf gehört. Es freut ihn, dass M. dem ›Joseph‹ zustimmt; die Abneigung Hauptmanns gegen den Roman beruhe nicht auf dessen Gekränktsein wegen der Peeperkorn-Gestalt, sondern auf seiner Art, »mit dem Mythus zu konversieren«. Im Grunde tue es ihm leid, ihm mit der humoristischen Verherrlichung das Blut vergiftet und ihm »gewissermaßen die Unbefangenheit genommen zu haben – auch gegenüber meiner Produktion«. Will auch jetzt, »trotz seinem reichlich erbärmlichen Benehmen in Deutschland«, seine Münchener Geburtstagsrede auf ihn in den neuen Essayband aufnehmen [nicht geschehen]. – Erzählt von dem Besuch S. Fischers und dessen Frau bei ihm. Hatte den Eindruck, dass die Familie Fischers Schwachsinn übertreibt. Der schalkhafte Humor sei ihm geblieben, und über seine Mitarbeiter habe er treffliche Urteile gefällt. – Von Reiseplänen.

Erwähnungen

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