Thomas Mann an Stephan Lackner [eigtl. Ernst Morgenroth]
- Zeitraum
- Samstag, 31. August 1935
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Verweigert seine Zustimmung, das in Salzburg aufgenommene Interview mit L. zu den Ereignissen in Deutschland seit 1933 zu veröffentlichen. Er habe bisher zu den im Interview behandelten Fragen geschwiegen. »Eine vorläufige, verfrühte und notwendig unzulängliche Äußerung über den Komplex in Form eines Interviews ist mir in der Seele zuwider.« Einiges davon habe er in dem Don Quijote-Essay anklingen lassen, er behalte sich aber vor, »eines Tages mit meiner Ansicht über diese Vorgänge, meinem Erlebnis davon, in ausführlicher und für mich entscheidender Weise hervorzutreten«. Er hofft, damit L. nicht allzusehr zu enttäuschen, aber L.s mit journalistischer Genugtuung gebrachter Hinweis auf die Erstmaligkeit eines solchen Hervortretens machen ihm eine Zustimmung zur Publikation erst recht unmöglich. [Das Interview wurde später in den ›Neuen Deutschen Heften‹, Berlin, Jg. 22, 1975, Nr. 145, Heft 1, veröffentlicht].
