Thomas Mann an Otto Basler

Zeitraum
Mittwoch, 6. November 1935
Datierung
6.11.1935
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Bedauert das Emigrantenschicksal von Dr. Gross; trotzdem glaubt er nicht, dass B. viel Freude an ihm hätte, wenn er ihn bei sich aufnähme. Kritisiert den Blondheitskomplex und die Schwärmerei der Juden für den »deutschen Menschen«. Das Mitleid mit diesem Stamm sei oft auf harte Proben gestellt; in Palästina verhielten sie sich gegen die Araber genau so wie Streicher gegen sie in Deutschland. Er selbst hat nichts gegen Dr. Gross, drückt nur seine allgemeine Erbitterung aus über eine Welt und eine Zeit, die so viel Jammer schaffen. – Berichtet voll Abscheu von einer »von Humanität triefenden Rede« des Halbjuden Dr. Lewald, der in der Schweiz für die Berliner Olympischen Spiele wirbt, und von der in die USA emigrierten Jüdin Helene Maier, die sich als ›Sportmatadorin‹ hat gewinnen lassen, für Deutschland zu kämpfen. – Wird in Winterthur zugunsten der Emigrantenkinder lesen.

Erwähnungen

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