Thomas Mann an Hendrik Willem van Loon

Zeitraum
Donnerstag, 19. März 1936
Datierung
19.3.1936
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Dankt L. für die Übersendung eines Zeitungsausschnitts [der sich vermutlich auf die Verleihung des Ehrendoktorats der Harvard University bezieht]. »Man kann zwar sagen und sagt zum Teil, daß es sich um eine reine akademische Feier handelt, in die man keine Politik hineintragen soll; aber das ist ja eben das Widerwärtige, daß alles und jedes, das Akademische so gut wie das Sportliche, im Dritten Reich nur zum Zweck politischer Propaganda ausgebeutet wird.« – Arbeitet am Schlussteil des dritten ›Joseph‹-Bandes. Will im Mai zu Sigmund Freuds 80. Geburtstag die Festrede in Wien halten und im Juni an den Sitzungen des Comité des Lettres et des Arts in Budapest teilnehmen. Plant für den Sommer eine Reise nach Argentinien zum Internationalen PEN-Club-Kongress in Buenos Aires. »Die Reise ist hauptsächlich interessant durch einen geplanten Zwischenaufenthalt in Rio, wo meine Mutter gebürtig war, die mir als Kind immer mit großer Schwärmerei von den Schönheiten dieser Küste sprach.« – Gedenkt, die nächste Reise nach Amerika als endgültigen Abschied von Europa zu betrachten, »denn die Zustände auf unserem Kontinent sind derart, daß es schon längst die pure Klugheit wäre, sich davon zu absentieren und den Ihrigen aufzusuchen, der entschieden mehr Hoffnung und Zukunft hat als der unsrige«.

Erwähnungen

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