Thomas Mann an Thelma Lewisohn
- Zeitraum
- Sonntag, 6. September 1936
- Datierung
- 6.9.1936
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Dankt L. für die Übersendung der schönen lyrischen Arbeit »[...] diese Gedichte haben eine so klare und einleuchtende Form, und namentlich die Nachdichtungen nach deutscher Lyrik wie der Platen’schen haben mich geradezu frappiert durch die Leichtigkeit und Genauigkeit, mit der Sie das Original in das fremde Idiom übertragen haben. Diese Dinge scheinen mir wahre Musterbeispiele lyrischer Übersetzungskunst.« Bedauert, dass sie sich schon lange nicht mehr gesehen haben. Bittet Frau L., ihrem Gatten auszurichten, dass er eben den dritten ›Joseph‹-Band beendet habe. Ein vierter werde folgen, »da der Stoff bei der Breite und Genauigkeit der Realisierung, in der ich mir gefalle, in drei Bänden nicht unterzubringen war«. Schaltet eine Pause ein, um sich zu erholen. »[...] wenn ich dann wieder zu arbeiten beginne, werde ich wohl erst einmal etwas ganz anderes machen, eine kurze Novelle vielleicht, bevor ich den vierten Band, den ich mir leicht vorstelle im Vergleich mit den anderen, in Angriff nehme.«
