Thomas Mann an Klaus Mann

Zeitraum
Donnerstag, 3. Dezember 1936
Datierung
3./4. Dezember 1936
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Hätte Klaus gern schon früher zum Roman ›Mephisto‹ geschrieben, sei aber durch die Arbeit an ›Lotte in Weimar‹ und durch »Entschließungsnotwendigkeiten, unsere Staatsangehörigkeit betreffend«, verhindert gewesen. Es sei ärgerlich, dass heute die deutsche Ausbürgerung bekannt gemacht werde; sie erfolge vor der Nachricht, dass er seit vierzehn Tagen tschechoslowakischer Staatsbürger sei. Durch seine Äußerung über Ossietzky habe »das Schwert der Ausbürgerung dichter als je über mir« geschwebt. – Der ›Mephisto‹ habe ihm großes Vergnügen gemacht. »Er ist leichtfüßig und amüsant, ja brillant, sehr komisch oft und auch sprachlich fein und sauber.« Das Glänzendste seien die Schilderungen des Berliner Theaterlebens und die bedeutendsten Momente seien die, »wo die Idee des Bösen vermittelt und gezeigt wird […] Es ist eine richtige Teufelsverschreibung.«

Erwähnungen

Hinweis: der Eintrag befindet sich in Prüfung. Haben Sie Korrekturen oder Ergänzungsvorschläge?