Thomas Mann an Klaus Mann

Zeitraum
Freitag, 4. Juni 1937
Datierung
4.6.1937
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

[Aus Anlass eines Briefes von Dr. Klopstock aus Budapest, der Klaus M. wegen seiner Drogensucht behandelt und dem er versprochen hat, davon abzulassen. Katia M. bittet ihren Sohn, »dem verhaßten Kleinbürgerlichen in zwölfter Stunde ein Cannae zu bereiten«.] Wendet sich an Klaus‹ Vernunft und Tapferkeit, seinen Entschluss und seinen schönen Aufgaben treu zu bleiben und für immer mit dem »vie facile« Schluss zu machen. »Wir haben heute alle viel zu hassen, zu verachten und die Stirn zu bieten, aber wie kann man das und wie darf man auf Sittlichkeit und Menschenanstand bestehen gegen die Schreier, wenn man dabei den leichten Weg des Todes geht, sodaß die Schreier einen auslachen dürfen? Das sollen sie nicht!« Diese Tage und Nächte seien für seinen Sohn schwer »nach der scheinnetten Verwöhnung«; er solle sie aber durchstehen. »Das Leben hat dann auch ohne Beschönigung wieder sein Heiteres und Schönes.«

Erwähnungen

Hinweis: der Eintrag befindet sich in Prüfung. Haben Sie Korrekturen oder Ergänzungsvorschläge?