Thomas Mann an Hermann H. Borchardt
- Zeitraum
- Donnerstag, 15. Dezember 1938
- Datierung
- 15.12.1938
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Schreibt ein ausführliches Gutachten über das Manuskript ›Die schwere Stunde‹. Beurteilt das Stück im Allgemeinen positiv, findet allerdings manches für ein Theaterpublikum zu kompliziert. »Um seiner seelischen Reinheit willen ist das Stück liebenswert, und es sollte gespielt werden. Aber wo?« Das amerikanische Publikum werde sich schwer »für die spezifisch deutsche und protestantische Gefühlswelt und Gewissensnot« erwärmen können; er denkt daher an das Publikum des ›Deutsch-Amerikanischen Kulturverbandes‹, vor dem er kürzlich gesprochen habe. Erhielt das Manuskript von Dr. Maril, der in Theaterdingen größere Erfahrungen hat. Verspricht, B. dann zu unterstützen »und ihm seinen jedenfalls schweren Weg bahnen zu helfen«.
Korrektur:
Bedauert, dass er B. so lange auf eine Äußerung habe warten lassen. Hat große Mühe gehabt, sich wieder in seine persönliche Arbeit hineinzufinden, »unter all den Ansprüchen, die dieses gewaltig naive und eifrige Land stellt«. [Es folgt die bereits erfasste ausführliche Würdigung von B.s Manuskript, das den Titel ›Die Tage der Prüfung‹ (statt ›Die schwere Stunde‹) trug und wohl eine frühere Fassung von ›Die Brüder von Halberstadt‹ war.]
