Thomas Mann an Harold Willis Dodds, President Princeton University

Zeitraum
Donnerstag, 22. Dezember 1938
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Bedauert es, D. in einer persönlichen Angelegenheit bemühen zu müssen. Seine Frau und er bemühten sich, es den Eltern seiner Frau, ihrem Bruder und ihrer Schwägerin möglich zu machen, Deutschland zu verlassen, um wahrscheinlich in die Schweiz oder nach England zu gehen. Sie beabsichtigten keine Einwanderung in die USA, aber die einzige Möglichkeit, Deutschland zu verlassen, beruhe auf dem Besitz von amerikanischen Einwanderungs-Visa. Dazu werde eine Prüfung der Beziehungen zwischen den voraussichtlichen Emigranten und des Bürgen für diese, der in diesem Falle er, Thomas Mann, sein werde, benötigt. Er bitte D. deswegen um eine Bescheinigung, dass Professor Pringsheim und dessen Frau die Eltern von Katia Mann seien, dass D. ihn persönlich kenne, als einen Schriftsteller, der gegenwärtig als ›Lecturer in Humanities‹ in besoldeter Stellung an der Universität Princeton tätig sei, und dass infolgedessen Professor Pringsheim und Frau keinesfalls der Öffentlichkeit zur Last fielen. Im selben Sinn erbittet er einen Brief für seinen Schwager, Dr. Heinz Gerhart Pringsheim und dessen Frau Mara Pringsheim. Sollte D. der Ansicht sein, dass die Tatsache, dass Thomas Mann beamteter Dozent der Hochschule sei, vom Schatzmeister der Universität beglaubigt werden sollte, so wäre er für entsprechende Maßnahme dankbar. Da von den Nazi-Behörden in Deutschland für seine Frau keine Geburts- oder Heiratsurkunde zu bekommen sei, bedauere er, für diese Aussagen D. bemühen zu müssen. Weist darauf hin, dass der letzte Dekan der Universität, Fine, seine Schwiegereltern in München besucht habe; ihre Nachbarin, die Schwester Dekan Fines, Mrs. Bradford B. Locke, erinnere sich an den Besuch ihres Bruders in München. Beim Schreiben dieses Briefes empfinde er immer mehr, welche Mühen er damit D. machen werde, er hofft, ihm bei anderer Gelegenheit gefällig sein zu können.

Erwähnungen

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