Thomas Mann an Redaktion ›Münchner Neueste Nachrichten‹
- Zeitraum
- Mittwoch, 12. Februar 1908
- Datierung
- ohne Datum [vor 12.2.1908]
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Rudolf Presber hatte ihm zwölf Bücher ins Haus geschickt, die alle auf der ersten Seite den Titel »Die Bücher des Deutschen Hauses« tragen, und wünscht eine Äußerung von ihm, die für die Öffentlichkeit bestimmt sei. Von allen Versuchen sozialer Liebestätigkeit, »den geistig Unberatenen und wirtschaftlich Schwachen« gute Bücher zu liefern, scheine ihm dieser am gelungensten. Die Auswahl sei mit großem pädagogischen Geschick getroffen, unter diesen ersten zwölf, die wöchentlich mit je einer weiteren Publikation fortgesetzt werden sollen, befänden sich Werke, die leichte Zugänglichkeit mit künstlerischem Wert verbänden. Von Goethe und Balzac reiche der Bogen bis Max Kretzer und dem Schweden Nicolai. Das Erstaunlichste sei bei gutem Einband, Druck und Papier der außerordentlich niedrige Preis, 0.75 Mark für den Band. Hier könne sicher kein Geschäft gemacht werden, hier wirke ein reiner, uneigennütziger Geist im Dienst einer guten und liebevollen Sache.
