Thomas Mann an Hedwig Fischer

Zeitraum
Sonntag, 5. März 1939
Datierung
5.3.1939
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Ist erfreut über die Nachricht, dass sie endlich Deutschland verlassen hat und bei ihren Kindern in Stockholm weilt. Gibt zu, dass eine solche Verpflanzung in nicht mehr jungen Jahren nicht einfach sei, wie sich auch bei ihm der klimatische Wechsel ungünstig ausgewirkt und schließlich zu einer schmerzhaften Hautnerven-Entzündung, dem sogenannten ›Singler‹ geführt habe. Geht trotzdem mit Frau und Tochter Erika auf eine Vortragstournee bis in den äußersten Westen und will in 12 Städten den englischen Vortrag ›The Problem of Freedom‹ halten. Erhofft sich von dem Luftwechsel und den Reisezerstreuungen eine Besserung von diesem Leiden. Freut sich über den erfolgreichen Wiederaufbau des Verlages durch Gottfried Bermann Fischer und hofft, ihn mit ›Lotte in Weimar‹ nicht zu enttäuschen. Die Arbeit an diesem Goethe-Roman macht ihm große Freude: »Es ist eine Art von Psychologie des Genies und ein Versuch, den ganzen Goethe’schen Kosmos auf leichte Art zu fassen und wiedererstehen zu lassen.« Hält gerade im Siebenten Kapitel, »dem sonderbarsten von allen«, und bedauert, wegen der Reise die Arbeit unterbrechen zu müssen. Rechnet im Herbst mit dem Erscheinen des Buches. Will, wenn die Weltgeschichte nicht einen Strich durch die Rechnung macht, den Sommer in der Schweiz verbringen und im September nach Schweden kommen.

Erwähnungen

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