Thomas Mann an Bruno Frank
- Zeitraum
- Sonntag, 16. Juli 1939
- Datierung
- 16.7.1939
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Dankt F. für die ›Botschaft an Deutschland‹, die ihm »ein deftiges, kräftiges Vergnügen« bereitete. »Ich glaube, es ist genau das Richtige, würdig und gemeinverständlich.« Erika sitze in Sils Maria und tippe »mit Hochdruck«; sie soll im Herbst zwei Bücher abliefern. – Freut sich, dass F. »zur Literatur zurückgekehrt« sei und hofft auf die längst fällige Novelle für ›Mass und Wert‹. Golo werde nunmehr die Redaktion übernehmen; es stehe finanziell »fürchterlich« um die Zeitschrift. Er werde jetzt verlangen, dass sie auf eine breitere verlegerische Basis gestellt werde. – Nimmt an, dass Klaus jetzt bei den Franks ist, und bittet F., ihm auszurichten, dass er seinen Roman [›Der Vulkan‹] mit großem Interesse lese. Er stehe im letzten Drittel und werde ihm noch schreiben. – Rätselt, »ob es bald losgehen wird«. Glaubt nicht, dass »das durchaus fascistische Europa« die geringste Lust hat, Krieg zu führen. Wenn aber in den nächsten Wochen die Bombe platze, werde er »etwas dümmlich« dastehen, gerade jetzt herübergekommen zu sein. Aber Europa tue ihm wohl, das Essen sei »exceptionell gut« und er hat viel gearbeitet: ein Vorwort für ›Royal Highness‹, eine Einleitung zu Tolstois ›Anna Karenina‹ und »das immer noch nicht fertige ›Gemurmel‹ am Frauenplan«. – Reisepläne: Schweiz, Schweden. Möchte in Kalifornien den vierten Josephband schreiben.
