Thomas Mann an Otto Grautoff
- Zeitraum
- Sonntag, 1. März 1896
- Datierung
- ohne Datum [etwa Anfang März]
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Wird im Herbst allein nach Italien fahren, da sein Bruder nach Zürich übersiedelt. Sollte eigentlich auf einige Zeit nach Paris gehen, aber Rom und Neapel lockten ihn mehr. – Erzählt von seiner Mutter, die »in den höheren Regionen« etwas vom Fasching mitgemacht habe, »was man in Lübeck gewiß mit Grausen vernehmen würde«, und von seinem jüngsten Bruder, jetzt einem großen Jungen, der mit einem Finger das Siegfried-Motiv auf dem Klavier spielen kann. »Diese süblime Vervollkommnung seiner Erziehung verdankt er natürlich mir.« Die jüngere Schwester geht zur Schule und liest Backfischromane, die ältere hat einen Privatlehrer, der ihr lateinischen Unterricht erteilt, »ein neues Décadence-Merkmal in unserer kleinen Familie, die Pastor Ramke [!] mit dem weniger litterarischen Beiwort ›verrottet‹ zu bezeichnen beliebte«.
