Thomas Mann an Kuno Fiedler
- Zeitraum
- Dienstag, 26. Dezember 1939
- Datierung
- 26.12.1939
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Dankt für F.s Weihnachtsbrief, ist besorgt um dessen Gesundheit. Rät ihm, Urlaub zu nehmen, um sich von den Herzbeschwerden in der Höhenluft in einer tiefer gelegenen Gegend zu erholen. Hat ihm den Goethe-Roman zugehen lassen: seine Leserzahl sei so zusammengeschmolzen, dass er auf einen Leser wie ihn nicht verzichten könne. – Über den Weihnachtsabend: »friedlich-heiter« im Kreis guter Freunde, der beiden Ältesten und Elisabeth mit ihrem Mann, dem italienischen Professor und Antifaschisten: »sie sind ein bischen weit auseinander im Alter, aber glücklich miteinander und bilden eine erfreuliche Gegenachse«. Hat nach Beendigung der ›Lotte in Weimar‹ noch etwas Politisches geschrieben, »etwas über die beiden Friedenskonzeptionen, Großraumgewalt und Commonwealth – ungeheuer pro-britisch, denn seit die Demokratien im Kriege sind, ist alles vergeben und vergessen, und mein ganzes Herz ist mit ihnen«. Will sich mit Professor Hartshorne [der ein Preisausschreiben für Darstellungen der Zustände im nationalsozialistischen Deutschland veranstaltete] wegen F.s Manuskript ›Die Flucht‹ in Verbindung setzen.
