Thomas Mann an Lajos Baron Hatvány

Zeitraum
Dienstag, 25. Juni 1940
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Hat an H.’s Brief und den nachfolgenden Zeilen von dessen Frau seine herzliche Freude gehabt, ebenso Frau Katja. Dankt für die schönen Worte über seine Arbeit, die ihm wohl tun »in allem Gram und Schrecken, der einem jetzt das Herz bedrückt«. Ist sich dessen bewußt, dass er seine Gefühle nicht zu sehr von Leidenschaften, von Haß und Liebe bestimmen lassen dürfe, sondern im Ganzen einen revolutionären Prozeß sehen müsse, der irgendwie zu seinem notwendigen Ziel gelangt. Das könne er aber nicht »angesichts des schon vollendeten und noch bevorstehenden Elends, das mit dem Siege des für uns Bösen und Teuflischen verbunden ist«. Hat einen Bruder und einen Sohn in Frankreich, von denen sie keine Nachricht haben. Es bedrückt ihn, dass man so viel Vertrauen in ihn und seinen »Einfluß« setzt; trotzdem werde alles Menschenmögliche getan und sind alle Schritte, besonders was England betrifft, umsonst. Erhielt auch einen Brief von Rudolf Olden: H. möge ihn wissen lassen, dass er, besonders aber seine aktive Tochter Erika, nichts unversucht ließen und dass er einige Hoffnung habe.

Erwähnungen

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