Thomas Mann an Kuno Fiedler
- Zeitraum
- Mittwoch, 26. Juni 1940
- Datierung
- 26.6.1940
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Ist im Begriff, nach Kalifornien aufzubrechen, um dem »gefürchteten Sommerklima« in Princeton zu entgehen. Sehnt sich nach Luft- und Ortsveränderung, dem angenehmen Badeleben dort und dem Umgang mit Freunden. Hat sich vorgenommen, den ganzen Tag im Freien zu sein, den vierten Josephband zu beginnen, »und zuweilen wird man die Illusion der Unbeteiligtheit erlangen können«. Meint, dass man sich philosophischer verhalten solle, sich nicht immer als Unterliegender fühlen und »das Ganze im Licht einer notwendigen Welt-Umwälzung sehen, der beizuwohnen lehrreich und dankenswert ist [...]«. Golo ist nach Frankreich gegangen, um dort helfen und kämpfen zu können, wurde aber interniert. Von seinem Schicksal sowie dem seines Bruders Heinrich in Nizza, der auf der Liste der militanten Emigranten steht, weiß man nach Frankreichs Kapitulation nichts. Nach diesem Untergang kann er sich »das Todesschweigen« über die Schweiz gut vorstellen. Hofft aber, dass England bis zum Winter durchhält: dann kann »die Bestie immer noch verloren sein [...]«. Dankt F. für dessen Geburtstagsbrief.
