Thomas Mann an Kuno Fiedler

Zeitraum
Donnerstag, 1. August 1940
Datierung
1.8.1940
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Dankt für F.’s Briefe vom 19.6. und 7.7. Im ersten habe F. wieder sein »Testament« gemacht, das Verfügungen über das Manuskript seiner Autobiographie und die ›German Life-Competition-Angelegenheit‹ betrifft. Klärt F. darüber auf, dass diese Organisation Manuskripte zur späteren Veröffentlichung sammelt. Die beste Arbeit werde mit einem Preis von 1000 Dollar honoriert. F.’s Manuskript sei dort in guten Händen. Für eine amerikanische Ausgabe seiner Vita habe seine Tochter Erika wegen F.’s unerbittlicher Haltung gegen Martin Niemöller Bedenken, da dieser in den USA eine populäre Figur darstelle. – Verteidigt die englische Politik in diesem Krieg gegen F.’s Auffassung. Englands Haltung sei seit Jahrzehnten »desaströs« gewesen, aber jetzt sei die Freiheit der Welt an Englands Widerstand geknüpft: »Ich bin gut britisch schon lange [...]« – Berichtet von Gottfried Bermann Fischers Eindrücken in Rußland, das er auf seinem Fluchtwege kennengelernt hat: »Die Verkommenheit, schmutzige Armut, stumpfe Traurigkeit sollen trostlos sein.« – Sie lebten dagegen vorläufig »in Abrahams Schoß« und hätten das schönste Wetter. Er gehe gern am Meer spazieren, während sein Pudel die Möwen jagt. – Die indische Novelle sei fertig, er mache nun Notizen zum vierten Joseph-Band.

Erwähnungen

Hinweis: der Eintrag befindet sich in Prüfung. Haben Sie Korrekturen oder Ergänzungsvorschläge?