Thomas Mann an Louis B. Mayer, Metro Goldwyn Studios, Culver City, CA
- Zeitraum
- Samstag, 4. Oktober 1941
- Datierung
- 4.10.1941
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Bezeichnet es als eines der schönsten und verdienstlichsten Vorkommnisse, dass sich zwei Filmgesellschaften in Hollywood entschlossen haben, einer Reihe von deutschen und österreichischen Schriftstellern Notverträge zu geben, wodurch diese in die USA einwandern konnten und die Grundlagen ihrer Existenz gesichert wurden. Dabei handle es sich zm Döblin, Polgar, Lustig, Speyer und Mehring. Lustig habe sich als besonders wertvoller scriptor erwiesen, und Gottfried Reinhardt und Sam Berman hätten Polgar besonders empfohlen wegen seiner dialogischen Begabung. Döblin habe eine story eingereicht, an der Mr. Kenneth McKennan großen Gefallen gefunden habe. Er schreibt dies, weil der Firma eventuell Vorwürfe bei Verlängerung der Verträge gemacht würden. Er bittet nicht nur aus humanitären Gründen, diese Verlängerung zu beschließen. Weist darauf hin, es sei ein Irrtum zu glauben, dass die Screen Writers Guild gegen ein Engagement ausländischer Autoren opponiere. Mr. Sheridan Gibnei habe ihm geschrieben, dass seine Organisation offen für Schreiber aller Nationalitäten sei. Würde M. gern zusammen mit Wilhelm Dieterle aufsuchen, falls eine mögliche Besprechung gewünscht wird.
