Thomas Mann an Georg Martin Richter

Zeitraum
Samstag, 6. Dezember 1941
Datierung
6.12.1941
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Dankt herzlich für die »Luxus-Scharteken aus tief versunkener Zeit«. Sie waren ihm alle verlorengegangen. Besonders erfreute ihn ›Der kleine Herr Friedemann‹, mit dem er damals in die Literatur eintrat, »und der, wie ich sehe, doch eigentlich schon ganz artig gemacht war«. Sah neulich im Walter-Konzert R.s Tochter wieder: »Ein schmuckes Patenkind. Das fand auch der verschwitzte Dirigent.« Sie haben ihren Enkel Fridolin aus San Francisco mitgenommen, »sehr heiter und leicht zu behandeln. Wir fühlen uns in jugendliche Tage zurückversetzt durch seine Anwesenheit«. Die lecture tour, die mit 17 verschiedenen Aufenthalten und vielen Schlafwagennächten bis in den Osten führte, war zwar sehr ehrenvoll, aber auch ermüdend. Es wird ihm sauer, sich in den ›Joseph‹ wieder hineinzufinden, »dessen letzter Band nicht so gut wird wie der vorige«. Erinnert sich an Tolstois Langeweile bei der Vollendung seiner ›Anna Karenina‹. Zieht Mitte Januar in das neue Haus, das vierte nach Tölz, München und Nidden: »Man versucht es immer wieder.«

Erwähnungen

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