Thomas Mann an Hermann Broch

Zeitraum
Samstag, 27. Dezember 1941
Datierung
27.12.1941
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

B. dürfe sich bei seiner Bewerbung um ein Stipendium bei der Rockefeller-Foundation selbstverständlich auf ihn beziehen. – Die Angelegenheit mit B.s Mutter gehe ihm sehr zu Herzen. Leider sei das glücklich errungene Kuba-Visum durch den Eintritt der USA in den Krieg hinfällig geworden. Hofft aber, dass die Drohung der Deportation noch nicht akut sei [B.s Mutter befindet sich in Österreich]. – Über die Kriegslage: Amerika sei vorläufig in einer übleren und hilfloseren Situation als man gedacht habe, und vom pazifischen Kriegsschauplatz sei noch viel Kummer zu erwarten. – Die deutsch-amerikanische Angelegenheit sei er von der Seele los, der ›Congress‹ in Kalifornien habe es nur zu einem Anlauf gebracht und habe dann resigniert. Sie hätten für die Aufnahme-Modalitäten ein Investigations-Büro einrichten müssen, und zum Nierenprüfer sei er nicht geeignet. Er habe sich als deutscher Funktionär in deutsch-amerikanischen Angelegenheiten nie wohl gefühlt. Hat seine Mitwirkung bei der kalifornischen Zweigstelle des ›German American Congress for Democracy‹ niedergelegt.

Erwähnungen

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