Thomas Mann an Agnes E. Meyer

Zeitraum
Montag, 27. April 1942
Datierung
27.4.1942, fortgesetzt am 28.4.1942
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Muss eine Radiosendung nach Deutschland ausarbeiten und morgen ins Mikrophon sprechen; kann deshalb erst spät für ihren schönen Brief danken, in dem sie sich über Goethe, ihr »erfrischtes und belebtes Verhältnis zu diesem deutschen Wunder«, äußert. Denkt dabei zurück »an die Zeit intimster und abenteuerlichster Verschmelzung mit dem Vater-Imago«, als er ›Lotte in Weimar‹ schrieb. Beabsichtigt, seine Radioansprachen zu sammeln und auf deutsch herauszugeben, eventuell auch auf englisch, falls Alfred A. Knopf Interesse hat. Sucht für den Essayband, in dem er auf ihren Rat hin nur politische Aufsätze aufgenommen hat, nach einem wirksamen Titel. Bittet sie um ihre Hilfe; hat für seine deutschen Essaybände mühelos gute Titel gefunden, seine englische Erfindungskraft sei aber schwach. War gestern mit seiner Frau bei Eddie Knopf zum Dinner in dessen Studio und sah anschließend einen Film, der nach einer Novelle von John Steinbeck gedreht worden war. Arbeitet jetzt an der Wiedererkennungsszene Josephs mit seinen Brüdern: »Ich gebe gut acht, mache alles sehr artig, wunderlich und drollig, und glaube auch, dass es einen guten Film abgeben wird.«

Erwähnungen

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