Thomas Mann an Jacob Billikopf

Zeitraum
Montag, 25. Mai 1942
Datierung
25.5.1942
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Dankt B. für die Chaim Weizmann-Broschüre. Er habe gegenüber dem Zionismus insofern immer eine etwas skeptische und negative Haltung angenommen, als dessen Ziel die Gründung eines jüdischen Nationalstaates nach dem Muster der anderen mehr oder weniger gut organisierten Staaten sei. Nach seiner Meinung seien die Juden ein kosmopolitisches Volk, die für das kulturelle Leben im allgemeinen als Ferment und stimulierendes Element von größter Bedeutung seien, die auch beim Aufbau einer besseren Welt nach dem Kriege eine wichtige Rolle zu spielen hätten. Andererseits sei er Weizmanns Gedanken zugänglich, wie man der Masse der depatriierten Juden helfen könne. Die Hauptsache sei, dass eine neue, humanere Atmosphäre geschaffen werde, in der es Rassenhass, Rassenstolz und Rassenverfolgung nicht mehr gäbe. Ob eine Einwanderung von zwei Millionen Juden in Palästina möglich sei, könne er nicht beurteilen, aber es solle denjenigen, die wieder in das Land ihrer Väter zurück wollten, wenigstens die Möglichkeit dazu gegeben werden.

Erwähnungen

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