Thomas Mann an Agnes E. Meyer
- Zeitraum
- Donnerstag, 24. Dezember 1942
- Datierung
- 24.12.1942
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Gedenkt in dieser Stunde, bevor die Gäste eintreffen, »ihrer hochherzigen Hingabe an mein Werk« und vor allem, was sie in diesem Land für ihn getan hat. Wünscht ihr ein frohes Fest im verkleinerten Familienkreis. Empfindet ihren amerikanischen Patriotismus und ihren Glauben an die Sendung dieses Landes als eine schöne Selbstverständlichkeit. Auch er sei »nachgerade etwas wie ein amerikanischer Patriot« geworden und habe in der von seiner Tochter verlesenen Rede auf dem Nobelpreis-Dinner geäußert, dass »die Amerikanisierung der Welt, in einem gewissen fundamental moralischen Sinn, zu begrüßen wäre«. Pearl S. Buck habe ihm darauf einen langen, ernsten Brief geschrieben, in dem sie ihm vorwarf, dass seine Worte von dem amerikanischen Imperialismus, der nicht nur ökonomisch, sondern auch politisch sei, missbraucht und ausgebeutet würden. Diese Ansicht habe die ›New York Times‹ in einem Editorial vertreten und ihn aufgefordert, seine Ansicht in einem Artikel zu amplifizieren. Dem amerikanischen Imperialismus die Leviten zu lesen, stünde ihm aber nicht zu und so habe er nun Pearl Buck »artig« geantwortet [s. Brief an Pearl S. Buck vom 30.12.1942 / Reg. 42/522]. – Michael sei aus dem Hospital entlassen, ohne dass seine Krankheit richtig erkannt worden sei. – Erfuhr soeben von der Ermordung Admiral Darlans. Hofft, dass daraus keine Konfusion in Nordafrika entsteht.
