Thomas Mann an Hollywood Writers Mobilization, Hollywood, Cal.

Zeitraum
Montag, 11. Januar 1943
Datierung
11.1.1943
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Zur Bitte der ›Writers Mobilization‹, einige Motive für ein Hörspiel zu nennen, das sich mit einem aktuellen politischen Thema beschäftigt. Schlägt vor: Der Mann, der den gegenwärtigen Krieg begann, Hitler, ist nicht nur ein abschreckendes Phänomen, sondern historisch gesehen, eine seltsame und instruktive Erscheinung. Was er demonstriert, ist der Zerfall, die völlige Verderbtheit, die die Idee der Eroberung erreicht hat. Er ist der letzte verspätete Typ des Eroberers, der bar jeden noblen Zuges nur Abscheu erregt. Nach Hitler werde es keine Eroberer mehr geben. Es ist kein geringes historisches Erlebnis, Zeuge des gewalttätigen, irrsinnigen Lebens des letzten Eroberers zu sein. Was die Menschheit bekämpft, wenn sie ihn bekämpft, ist der *Anachronismus*: etwas, was nicht existiert, und trotzdem, aus reiner Stupidität, doch existiert. Dieser Krieg ist ein stürmischer, zum Erbrechen reizender Akt. Der neue Dschingis-Khan wird ausgespien, und unser Gefühl der Befreiung wird unbeschreiblich sein.

Erwähnungen

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