Thomas Mann an Annette Kolb
- Zeitraum
- Samstag, 15. Mai 1943
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Ist gerührt und dankbar, dass er »mit Ihrem reizenden Brief ganz unverhältnismäßig« für seine Sendung belohnt worden sei. Hatte nichts von ihrer langjährigen Erkrankung gewußt und wünscht ihr baldige Genesung. – Zum Krieg: Seine gewohnte Lebensform sei ganz auf Warten gestellt. Der Joseph-Roman sei fertig, ebenso »eine längere komisch-ernste Moses-Novelle«. Nun habe er Israel für immer verlassen und träume »an einer Art moderner Teufelsverschreibungsgeschichte, nicht ohne Beziehung zur deutschen Traurigkeit« herum, mit einem Musiker-Helden. Im Augenblick seien die beiden Enkelbuben bei ihnen, da die Mutter einen ›Defence job‹ angenommen habe. »Das Kleinleben im Haus ist erheiternd, aber für Katja eine ziemliche Belastung.«
