Thomas Mann an unbekannt [wahrscheinlich Kurt Wolff]
- Zeitraum
- Freitag, 10. Dezember 1943
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Ist über die Nachricht erfreut, dass Hermann Brochs ›Der Tod des Vergil‹ »in der Original-Gestalt« und in englischer Übersetzung erscheinen soll. Hat den Roman im Manuskript gelesen, den er »zu den Spitzenleistungen nicht nur der deutschen Emigrantenliteratur, sondern zu den repräsentativen, führenden und zur Dauer bestimmten Werken unserer Zeit überhaupt« zählt. Rühmt die kühne, eigentümliche und erstaunliche Gestaltung des Romans, der fast zur selben Zeit erscheinen werde wie das Werk von Erich v. Kahler ›Man the Measure‹, ein menschheitsgeschichtlich-philosophisches Werk, und wie das reizende, gewinnende Buch von Bruno Frank ›Die Tochter‹. »Ein Jahrzehnt lang war Deutschland ›außer sich‹. Kommt es wieder zu sich, wird es sich reicher finden, als es in seiner Verfinsterung zu sein sich eingestehen wollte.«
