Thomas Mann an Frederick J. Hoffman, The Ohio State University, Columbia, OH

Zeitraum
Donnerstag, 27. Januar 1944
Datierung
27.1.1944
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Spricht über seine Beziehungen zu Freud; er habe dessen Schriften erst verhältnismäßig spät kennengelernt. Allerdings hätten damals die Gedanken der psychoanalytischen Schule gewissermaßen in der Luft gelegen. Hat aber die wichtigsten Bücher Freuds erst nach Vollendung des ›Zauberberg‹ gelesen, etwa im Jahre 1925, wie H. richtig vermutet. Von der Freudschen Theorie hätten die geisteswissenschaftlichen Aspekte ihn mehr interessiert als die medizinischen und therapeutischen. Freud selbst sei stark an Archäologie und Mythologie interessiert, und dies habe sich dann im Joseph-Roman niedergeschlagen. Er sei auf die Freudsche Theorie gewissermaßen durch die Philosophie Schopenhauers vorbereitet gewesen, an der er die Mischung von Pessimismus und Humanismus stets bewunderte. Diese Mischung fand er in veränderter Form bei Freud wieder, wie er es in seinem ersten Aufsatz über Freud dargelegt habe.

Erwähnungen

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