Thomas Mann an Hans von Hülsen
- Zeitraum
- Mittwoch, 27. Dezember 1911
- Datierung
- 27.12.1911
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Dankt für die »unterschiedlichen Sendungen« und die »zierliche Weihnachtsgabe«. Empfindet so viel Aufmerksamkeit menschlich wohltuend. – Es fällt ihm schwer, H. über seine Arbeiten vom künstlerischen und literarischen Standpunkt etwas zu sagen: »Die kindische Unselbständigkeit und Nachahmungslust, in der Sie sich gefallen, steht einem Zweiundzwanzigjährigen nicht mehr zu und muß Zweifel an seinem Ernst und seiner Berufenheit erwecken. Und besonders, wenn ich die schwere Krise oder kritische Stunde mit Ihrer Weihnachtsmann- und Kegelbahnschriftstellerei in der ›Woche‹ zusammenhalte, so wird mir peinlich zu Sinn. Wollen Sie ›ein sehr beliebter Schriftsteller‹ werden, so haben Sie meine Freundschaft nicht nötig.« Er dürfe nicht einfach »knabenhaft kopieren«, sondern müsse »Eigenes, Neues, Unmittelbares« hervorbringen, »von dem jedes Wort Ihnen gehört«. Hofft, dass H. ihm seine Mahnung nicht übelnimmt.
