Thomas Mann an Käte Hamburger
- Zeitraum
- Donnerstag, 31. Januar 1946
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Dankt ihr besonders herzlich für ihren Joseph-Kommentar. »Das Buch ist ein Ereignis in meinem Leben, – ich darf und muß es so nennen, da es eine solche Exegese meines Werkes von dieser liebevollen, wissenden und alles aufzeigenden Breite und Tiefe... noch nicht gegeben hat.« Besonders erfreut ihn der Anhang über Joseph und Goethe, denn zwischen dem Goethe-Roman und dieser Tetralogie spielten viele Beziehungen hin und her. Klagt über die vielen Druckfehler in den Stockholmer Ausgaben. Kann leider eine Einladung der Studenten von Uppsala, ihnen zu ihrem Frühlingsfest im Mai einen Vortrag zu halten, nicht annehmen. Eine Vortragsreise durch Europa, wobei Deutschland nicht ausgeschlossen bleiben dürfe, sei noch verfrüht. Neuerdings klage ihn die deutsche Presse an, ihnen statt seiner selbst ein »Linsengericht« anzubieten, weil er einen Aufruf zugunsten der hungernden deutschen Kinder unterschrieben habe [s. Br. an A.E. Meyer v. 14.12.1945 / Reg. 45/585].
