Thomas MannLetters

Thomas Mann’s correspondence comprises more than 20,000 letters. The online platform ‘Thomas Mann Letters’ aims to comprehensively document the writer’s correspondence and is constantly being expanded. Search through metadata and content summaries of currently more than 16,000 letters. The data is based on the five-volume book edition ‘Die Briefe Thomas Manns. Regesten und Register’ (S. Fischer Verlag, 1976–1987). More about the project

March04

1912
München
Freut sich auf H.’s Aufsatz [Die ›Brüder Mann‹]; nimmt nicht an, dass er durch seine Randglossen weniger unterhaltend geworden sei. – Ist um die Berliner Aufführung der ›Fiorenza‹ besorgt und bittet H. noch einmal, Eduard von Winterstein aufzusuchen. – Steht kurz vor dem Abschluss der Novelle ›Tod in Venedig‹, hat neulich Hans von Weber und Kurt Martens Teile daraus vorgelesen: »Ihre Teilnahme war durch meinen guten Rotwein allein hoffentlich nicht ganz zu erklären.« Weber möchte das Buch gern drucken, muss aber vorher mit S. Fischer verhandeln. – Kurt Martens‹ Tochter ist an der Lunge erkrankt. Frau Katia befindet sich in Ebenhausen, wird aber zur Beschleunigung der Besserung noch nach Davos gehen.
1920
München
Dankt F. für die Zusendung seines »tapferen Buches ›Luthertum und Christentum‹«. Es sei »das Werk einer hochbegabten, spröden, stolzen, gequälten, auf das Unbedingte gerichteten Jünglingsnatur«, »ausgezeichnet geschrieben«. Räumt ein, auf F.s Widmung eingehend [F. hatte, durch Thomas Manns Anspielung auf seine Predigt bei der Taufe seiner Tochter Elisabeth im ›Gesang vom Kindchen‹ beleidigt, seiner Widmung den ihn betreffenden Vers hinzugefügt: »Wußt er nicht weiter, so sagte er gar nichts und redete dennoch«], dass er mit diesen Versen dessen geistiger Persönlichkeit nicht gerecht geworden sei, versichert ihm aber, dass er ihn innerlich »mit anderen, schärfer blickenden Augen sehe, als ich mir im Gedichte humoristisch-übertreibenderweise den Anschein gab«. Außerdem habe diese Stelle sich nicht auf F. persönlich bezogen, sondern auf eine »gewisse, manchmal leerlaufende evangelische Rhetorik«. Hofft, dass dieser Zwischenfall F.s Gemüt nicht endgültig gegen ihn vergiftet habe und dass er in Zukunft weiter von ihm hören werde.
1920
München
Findet das von P. übermittelte amerikanische Angebot »in der That sehr bemerkenswert«. [Über die Verfilmung seiner Romane, s. Tagebücher 1918-1921, Eintrag vom 3.3.1920, S. 390]. Es macht ihn nur stutzig, dass ein ihm »ebenso nah als fern stehender Schriftsteller« mit seiner Forderung von 2000 Dollar nicht durchgedrungen ist. Er würde seine Forderung nicht überspannen, »des Sprichworts eingedenk vom Sperling in der Hand und der Taube auf dem Dach«. Ihm liege vor allem daran, das Geschäft *rasch* abzuschließen. Würde auch lieber auf sofortige Zahlung von 5000 Dollar dringen, statt auf 6500 mit drei Monaten Ziel. Man müsste sich allerdings vorher vergewissern, ob Zahlungen aus Amerika nach Deutschland überhaupt zugelassen seien. Sein englischer Verleger der ›Königlichen Hoheit‹ hat bisher noch keine Erlaubnis für eine Honorarzahlung erhalten.
1923
Feldafing
Nimmt Z.s Aufforderung zu einem Vortrag in Salzburg »mit Vergnügen« an.
1926
München
Frau Katias Genesung von einer Lungenentzündung macht langsam Fortschritte. – Vergleicht die Völkerbund-Debatten um die Aufnahme Deutschlands mit dem zweiten Akt ›Palestrina‹ [von Hans Pfitzner].
1927
München
Teilt F. mit, wann er auf seiner Reise nach Warschau in Berlin eintrifft; hofft, am 20. März wieder zurück zu sein, um dann am Joseph-Roman weiterzuarbeiten. »Wie lange? Frau Welt wird schon neue Mittel und Wege finden zu ergiebigen Störungen.« Lässt G. Hauptmann und seine »Tischdame vom Festessen im Rathaus« grüßen. – Kommt eben aus dem Theater, »wo Goetz mit seiner Truppe einen dramatischen Bluff eigener Herstellung aufs amüsanteste exekutierte«.
1927
München
War am gestrigen Abend nach einer langen Sitzung im Rathaus wegen literarischer Dinge und nach dem Theaterbesuch nicht mehr gesellschaftsfähig und musste den Besuch verschieben. Hofft auf ein Wiedersehen bei dem morgigen Heine-Bankett.
1931
München
Hält die Übersetzungen mit dem ›Tod in Venedig‹ zur Abholung bereit, hat die Kollektion um ein paar Stücke vermehrt, die H. übersehen hat. – Ist dankbar, dass sie sich »der Truhe einmal wieder angenommen« hat. [Darin pflegte TM Zeitungsausschnitte u. ä. zu bewahren, die Ida H. sichtete und chronologisch ordnete. Daraus entstand die Ida Herz-Collection, jetzt im Zürcher Thomas-Mann-Archiv.]
1932
München
Beglückwünscht H. zu seinem »genialischen Beitrag zur deutschen Goethe-Ehrung«. Er müsse die Aufführung unbedingt sehen. »Die Art, wie Sie in die Goethe-Harfe greifen, ist kühn und großartig.« Wenn das Theater nur leidlich mitwirke, so müsse eine Feier zustande kommen, »die das Epitheton ›erhebend‹ einmal wirklich verdienen wird«.
1932
München
Bedauert sehr, dass er seinen neuen Goethe-Vortrag [›Goethes Laufbahn als Schriftsteller‹] nicht mit R. durchgehen kann. Der erste Goethe-Vortrag habe sich in der Schweiz sehr bewährt. Weiß noch nicht, ob er mit dem neuen Vortrag, wie geplant, nach Weimar gehen solle. »Aus Weimar wird mir schon mit Pöbeleien gedroht.« – Geht ausführlich auf die überhöhten Forderungen, die R.s Zahnarzt stellt, ein und vergleicht sie mit seinen eigenen Aufwendungen für erhebliche Zahnreparaturen. – Findet, dass R.s Anfrage bei Redslob berechtigt war; hoffentlich antworte dieser bald [Zusammenhang nicht ermittelt].
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