Thomas Mann an Emil Preetorius

Zeitraum
Freitag, 12. Dezember 1947
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Hatte P. seinen Nietzsche-Vortrag als Sonderdruck geschickt und erhielt P.’s Gedanken zur Kunst, über die er P. viel Lobendes zu sagen weiß. Diesen psychologischen Tiefgang hat er bei anderen Kunsthistorikern wie Julius Meier-Graefe und selbst bei Wölfflin vermißt. Gibt zu, dass sein Nietzsche-Aufsatz nicht die gültige Aussage über den Gegenstand ist, das sei eher der Faustus-Roman. Erzählt von der schmerzvollen Entstehung dieses Romans, der ebenso wie die ›Buddenbrooks‹ fern von dem Schauplatz des Geschehens entstand. Die in diesem Roman angewandte Montagetechnik habe ihn dazu verführt, auch einige Münchner Persönlichkeiten als Modelle zu benutzen, u.a. auch P., der aber mit seiner eigentlichen Person nur »2½ Äußerlichkeiten« gemeinsam habe. Er bittet P., nicht darüber erzürnt zu sein und diesen Brief vor der Lektüre des ›Doktor Faustus‹ noch einmal zu lesen.

Erwähnungen

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